Gründung

Was führte zur Entstehung des Bundes?

Die Entwicklungsgeschichte stützt sich auf mündliche Informationen, welche von Gründungsmitgliedern der ersten Stunde überliefert wurden.

Nach Ende des 2. Weltkriegs kehrten viele Männer aus den Wirren dieser Schreckenszeit und/oder der Gefangenschaft heim. Sie fanden eine, vielerorts zerstörte Heimat und große Trostlosigkeit vor. Nach dem erlebten Elend an den Kriegsfronten, begegnete ihnen wiederrum Leid, Armut und Hoffnungslosigkeit. Auch war ihr Land – unser heutiges Österreich – von den vier Siegermächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich besetzt. Dass man sich in der Heimat nun an Regelungen der Besatzer zu halten hatte, war für viele Heimkehrer eine weitere Belastung.

Die zurückgegekehrten katholischen Männer fanden auch in ihren Heimatpfarren, wie vor dem Krieg noch erlebt, keinen soliden und geordneten Rückhalt vor. Es bestand zwar mancherorts die katholische Jugend und die katholische Frauenbewegung. Doch für die so lange ferngebliebenen Männer sollte erst eine Bewegung geschaffen werden.

Es fanden katholische Männer – mit beruflicher Verbindung aus dem öffentlichen Dienst – zueinander. In informellen Gesprächen kam man auf den damaligen Sektionschef Dr. Eduard Chalupka – er war Personalchef des öffentlichen Dienstes im Bundeskanzleramt. Er nahm sich der Anliegen der katholischen Männer in der Kirche an. Innerhalb kürzester Zeit war die Idee zur Gründung einer eigenen katholischen Männerbewegung geboren.

Um Dr. Eduard Chalupka sammelten sich mehr und mehr katholische Männer und begannen den Sankt Michaelsbund aufzubauen. Ein Komitee wurde gegründet und Statuten ausgearbeitet, um diese bei der Vereinsbehörde einzureichen.

Gründung

Wie dem Gründungsprotokoll vom 29. September 1952 zu entnehmen ist, wurde bereits in der konstituierenden Sitzung der Entschluss gefasst, jährlich weitere neue Konvente in den Pfarren zu gründen. Msgr. Josef Gegenbauer, der erste Bundeskaplan und ebenfalls ein Gründungsmitglied, bot dem Bund für Veranstaltungen das Kolpinghaus, in Wien 6., Gumpendorferstrasse, an.
Der Bund begann im Kirchenvolk und bei der kirchlichen Obrigkeit Interesse für seine Ziele zu wecken.
Im Jahre 1953 kam es zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV), die Bundesleitung beschloss am 22. 01. 1954 den Beitritt.

Weitere Entwicklung

Nach dem Ableben des ersten Bundeskaplans, Msgr. Josef Gegenbauer, erklärte sich OStr. Msgr. Josef Pinzenöhler zu dieser Aufgabe bereit. Nach jahrelangem Bemühen, und einer Unterredung mit Kanonikus Dr. Franz Gstaltmeyer am 19. 01. 1959, kam es zur Vorsprache bei Herrn
Kardinal Erzbischof DDr. Franz König. In Folge wurde im „Wiener Diözesanblatt“ vom 01. 02. 1965 der St. Michaelsbund offiziell vogestellt und empfohlen. Dazu musste der Bund sich verpflichten, den jeweiligen Bundeskaplan durch das Ordinariat bestätigen zu lassen.
Bundeskaplan OStr. Msgr. Josef Pinzenöhler gelang es Dompfarrer Prälat Dr. Karl Raphael Dorr für den Bund als neuen Bruder zu gewinnen und die Bundesleitung zu übernehmen.

Die Pastoralkonstitution über die „Kirche in der Welt von heute“ – des II. Vatikanischen Konzils, forderte die Hochschätzung und Förderung von Vereinigungen welche von der Kirchenleitung in besonderer Weise empfohlen werden. Diese Empfehlung kann der Bund seit dem Jahre 1965 für sich in Anspruch nehmen.

Im Dekret, über Apostolat der Laien – Apostolicam Actuositatem – steht im 4. Kapitel, Absatz 17: „Als Mitarbeiter beim Aufbau und in der Gestaltung der zeitlichen Ordnung – sind sie doch Bürger dieser Welt – müssen die Laien überdies für ihr Leben in Familie, Beruf, Kultur und Gesellschaft höhere Grundsätze des Handelns im Licht des Glaubens zu finden suchen und anderen bei gegebener Gelegenheit aufzeigen.“

Eine besondere Auszeichnung wurde dem Bund dadurch zuteil, dass Seine Exzellenz DDr. Jakob Weinbacher das Protektorat übernahm und den Bund damit in seine Hirtensorge einschloss. In seiner Blütezeit hatte der Bund 20 Konvente.

Im Jahre 1991 verstarb unser Bundeskaplan OStr. Msgr. Josef Pinzenöhler. Dem Bund wurde über das Ordinariat als Nachfolger Mag. theol. Siegfried Lochner, Militäroberkurat zugeteilt. Er betreute den Bund ein knappes Jahr und kam dann als Militärkurat im Militärlager am Golan zum Einsatz.

Der seinerzeitige Bundessenior, Brigadier Roman Köchl, erhielt von Exzellenz Dr. Alfred Kosteletzky die Zusage einen Seelsorger als Bundeskaplan zu entsenden.
Militärgeneralvikar Prälat Rudolf Schütz wurde infolge neuer Bundeskaplan und betreut seither vorbildlichst den Bund.
Zu Weihnachten 2003 verstarb der langjährige Bundesseniors Brigadier Roman Köchl. Als sein Nachfolger wurde Bundesbruder Pass. Alfred Kleiner gewählt.

Im Jahre 1994 verstarb dann der Bundesprotektor Militärbischof Dr. Alfred Kostelecky.

Auch musste nach dreijähriger Tätigkeit als Bundessenior Pass. Alfred Kleiner seine Funktion krankheitsbedingt zur Verfügung stellen. Ihm folgte der Bundesconsenior Horst Zeiner nach. Von ihm wurden die Statuten dem neuen Vereinsgesetz angeglichen, was jedoch von Seiten der Behörde mit immer wieder neuen Auflagen verbunden war.
So beschloss der Bund die Vereinsauflösung und ist nunmehr als Laienbruderschaft tätig.
Als Sprecher des St. Michaelsbundes fungiert seither Bundesbruder Friedrich Reif vom Konvent Maria Geburt, Pfarre Rennweg in 1030 Wien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.